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Geistliches Wort

November 2022

Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!

Jesaja 5,20

 

Wer nachts mit dem Auto lange Strecken auf der Autobahn zurücklegen muss, muss mit der Müdigkeit und der Monotonie klarkommen. Aber es hat, so ist mein Eindruck, auch was Gutes: Alles, was relevant ist, strahlt zurück oder leuchtet selbst. Und alles andere ist nicht relevant. Ich selbst fahre deshalb gerne nachts. Ein bisschen ist es wie ein Schweben durch das schwarze Nichts. Doch nicht lost, sondern einem Ziel entgegen.

Klare Orientierung zu haben, wünschen wir uns eigentlich immer. In diesen Zeiten vielleicht gar mehr als in früheren. Was richtig und was falsch ist, ist eine Frage, die sich uns täglich aufs Neue stellt. Die wir dann gottseidank zumeist intuitiv richtig beantworten. Und für alles andere gibt es den Spiegel im Bad, dem man die Leviten lesen kann.

Erstaunlich nur, dass selbst bei Fragen, bei denen lange Konsens herrschte, die Antworten ganz langsam porös zu werden beginnen. Auf der Arbeit einen Schlag mehr machen als erwartet wird, sich ehrenamtlich engagieren, andere besuchen, auch wenn es anstrengend sein könnte, helfen, zupacken, Aufmerksamkeit schenken. Kurz: Einsatz für andere, Einsatz für die Sache, bevor das eigene Vergnügen kommt. Das hatte mal Charme. Weh denen, die gute Sitten und Anstand verunglimpfen, möchte man sagen.

Dass Menschen sich die Dinge zurechtbiegen, zu ihren Gunsten drehen, obwohl sie gar nicht zu ihren  Gunsten liegen, das ist dem Propheten Jesaja ein Dorn im Auge. Und Gott auch. Damals wie heute. Was das Gute ist, das steht hier übrigens keineswegs in Frage. So, als wäre es nur eine Sache der Perspektive. Nein, das Böse ist böse, das Gute ist gut. Die Dreistigkeit setzt dort ein, wo bewusst falsch etikettiert wird. Um sich damit ein Vorteil zu verschaffen.

Klare Orientierung behalten, ist heute eine Herausforderung. Eine lichtvolle Hoffnung zu haben ebenso wie den Geschmack des Lebens richtig einzuordnen. Doch ist das kein Werk, das wir allein vollbringen müssen. Einmal wird Jesus angesprochen: Guter Meister, und er stellt klar: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott. (Mk 10,17f.) Eine verwundernde Antwort. Die aber deutlich macht, wo wir Klarheit finden. Das Gute, das Licht, das Süße. Es liegt im Glauben an Gott.

Einen November klarer Sterne wünscht Ihnen
Pastor Meyer-Hansen