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Geistliches Wort

Mai 2021

 

Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!

Sprüche 31,8; Monatslosung Mai

„Wir haben keine Zeit, das ist unser Problem“, sagte mir neulich jemand, der sich bei Fridays for Future engagiert. Keine Zeit, darauf zu warten, dass auch bei anderen endlich der Groschen fällt, dass sie ein Einsehen haben, dass sie ins Handeln kommen. Keine Zeit, alle mitzunehmen. Nur 3% der Ökosysteme sind noch voll intakt. Jetzt, nicht später, müssen wir unser Verhalten ändern – wenn wir die Schöpfung erhalten wollen.

Der radikale Impetus hat mich überrascht. Wir sind es gewöhnt, durch Reden Lösungen zu finden. Kompromisse, gemeinsame Linien, Formulierungen, hinter denen sich Viele vereinen können, weil sie offen für unterschiedliche Interpretationen sind. Das braucht Zeit, mitunter sehr viel Zeit. Sich von alten Denk- und Verhaltensmustern zu verabschieden – wem wollte man verdenken, dass er oder sie sich die Zeit nimmt, die es braucht?

Aber was ist, wenn manche Dinge keinen Aufschub dulden? Der Klimawandel nicht, die Pandemiebekämpfung nicht. Aber auch nicht der Kampf gegen die Perspektivlosigkeit, gegen die Benachteiligung der Schwachen, gegen die Marginalisierung der Übersehenen. „Wir sind ja nicht wichtig“, soll vor Kurzem eine Schülerin der Mittelstufe das andauernde Verbleiben im Homeschooling kommentiert haben. Nüchtern, einsichtig - und wohl nicht ohne Schmerz. Vieles drängt, die Zeit scheint kurz, die Kräfte klein.

Öffne deinen Mund, fordert uns Gottes Wort auf. Die Missstände vor Augen nicht hinnehmen, sie ins Denken und Handeln bringen. Das ist zu tun not, gewiss. Aber wir merken: Das gelingt nicht aus uns selbst heraus, dazu braucht es mehr als nur Weisheit und Weltvernunft. Kraft bekommen wir, wo Gott selbst seinen Mund auftut. Auf sein Wort hin werfen wir die Netze noch einmal aus, wie Petrus auf dem See (vgl. Lk 5,5). Auf sein Wort hin fangen wir wieder an. Auf sein Wort hin glauben wir ihm, dem Gott des Lebens, der das Leben will.

Einen starken Zuwachs an Kraft und Zuversicht wünscht Ihnen 
Pastor Meyer-Hansen